März 2026 - A180
Sachgebiete
Sachgebiete
420. Helm, Armet/Celata
Italien, um 1450–1500. Einteilig geschlagene Glocke mit solide angenietetem Nackenstück und Verstärkung im Stirnbereich. Rand mit zahlreichen Bohrungen/Durchschlägen für Futternieten. Oberfläche im Verlauf der Überlieferung stärker korr. und vor längerer Zeit gereinigt. Innenseite mit deutlichen Hammerspuren und homogener, dunkelbräunlicher Innenraumpatina. Das frühe Blasebalgvisier mit konsistenten Alters- und Verarbeitungsspuren, sowie dem "Gesichtsausdruck" einer Hundsgugel im Verlauf der Gebrauchsphase wohl um 1480 ergänzt. Die Patina der Innenseite stimmt mit derjenigen der Glocke ebenso überein, wie diejenige der Visiernieten auf der Innenseite. L 27 cm, B 19,5 cm, H 23 cm, G 3002 g.
Schätzung: CHF 6'000 – 7'000EUR 6'820 – 7'950
Details421. Sauschwert
Deutschland, im Stil um 1510. Kreuzgefäss aus Eisen mit gestaucht kugeligem Knauf und Vernietknäufchen. Gerade Parierstange mit kugeligen Enden en suite und annähernd symmetrischen Parierringen. Belederte Hilze. Beidseitig einfach gekehlte Klinge (L 95 cm) mit 5 cm langer Fehlschärfe, charakteristisch konkav eingezogenem, 6 mm starkem, Mittelstück und zweischneidigem Ortbereich mit Mittelgrat. Am Übergang zum Ort eine rechteckige Aussparung zur Aufnahme des Knebels, der das Auflaufen des Jagdwilds verhindern sollte. Waffe restauriert. L 119,5 cm, G 1680 g.
Schätzung: CHF 3'000 – 4'000EUR 3'410 – 4'550
Details422. Halbarte
Schweiz, um 1530. Eisen (L 56 cm) mit 27 cm langer Vierkantspitze. Reisshaken über je zwei halbrunden und dreieckigen Zierausschnitten. Beilblatt mit schräg gestellter, gerader Schneide; auf der Quartseite drei ungedeutete, im Dreieck angeordnete und tief geschlagene Kreuzmarken. 64 cm lange Schaftfedern, 25 cm lange Schaftbänder. Mit dem Zieheisen geglätteter, etwas gebogener Originalschaft ohne Wurmbefall. Gebrauchs- und Nachschliffspuren, insgesamt guter bis sehr guter Zustand bei vollständiger Erhaltung. L 250 cm.
Schätzung: CHF 1'600 – 2'400EUR 1'820 – 2'730
Details423. Kurzsäbel, Storta
Norditalien, Mitte 16. Jh. Dunkel patiniertes Eisengefäss mit Vogelkopfknauf, vertikal S-förmig geschwungener Parierstange mit Vogelkopfenden en suite. In Form eines Dreipasses gearbeiteter Terzparierring; quartseitig ein Parierbügel mit Daumenring. Hilze aus Holz mit je einer Mittelrille. Originale, lose Drahtwicklung zwischen zwei schmalen Türkenbünden. Rückenklinge (L 67 cm) mit 16,5 cm langer Rückenschneide und je drei schmalen Kehlungen entlang der Rückenlinie. 18,5 cm vom Parier mit jeweils zwei gegenständigen, gezahnten Sichelpunzen gemarkt. Mit seltener Originalscheide aus rückseitig vernähtem Leder (Knick bei ca. 39 cm). L 80 cm.
Schätzung: CHF 3'000 – 3'600EUR 3'410 – 4'090
Details424. Parade-Rundschild, Rotella
Norditalien, wohl Mailand, 2. Hälfte 16. Jh., getriebenes und graviertes Eisen mit Resten von Vergoldung. Von einem geschnürlten Rahmen umgebenes Zentralfeld (Durchm. 41 cm) mit aktionsgeladener Darstellung des "Raubs der Sabinerinnen". Das 9 cm breite randliche Zierfeld zeigt Tierkämpfe und amouröse Zweierkonstellationen zwischen floralen Ranken. Der Schildrand ist gebörtelt und geschnürlt. Auf einem Podest die Inschrift "ROMVLVS". Rückseite mit dunkler Innenraumpatina und zahlreichen Bohrungen für randliche Futternieten und solche zur Befestigung einer Schildfessel. Durchm. 60,8 cm, G 2140 g.
Schätzung: CHF 9'000 – 12'000EUR 10'230 – 13'640
Details425. Partisaneneisen
Norditalien, 2. Hälfte 16. Jh. Eisenlänge 48 cm. Rundtülle (L 12,5 cm) mit Loch für Schaftnagel, Ziernodus und geschnittener Wendelzier. Klingenblatt von flach linsenförmigem Querschnitt. Beidseitig auf 31 cm Länge in sehr guter Erhaltung mit floralen Renaissance-Ranken geätzt. Auf schwarzem Präsentationsständer. L 60,5 cm.
Schätzung: CHF 1'000 – 1'400EUR 1'140 – 1'590
Details426. Rapier
Norditalien, um 1600. Unverziertes eisernes Bügelgefäss mit facettiertem, flachem Tonnenknauf und gerilltem Nietknäufchen. Griffbügel, zwei Terzspangen und Eselshuf aus Bandeisen, quartseitig drei Spangen aus Rundeisen. Bauchige Hilze mit hochwertiger und fester Drahtwicklung zwischen zwei Türkenbünden. Zweischneidige Klinge (L 122 cm) von hexagonalem bis linsenförmigem Querschnitt, mit 6 cm langer Fehlschärfe und beidseitig je einer schmalen Kehlung in der Stärke. Darin terzseitig kaum leserlich eine wohl religiöse Anrufung (evtl. etwa "INRI DEUS", oder "IN FIDES..."). Quartseitig sind Reste von symbolischen Zeichen erhalten. L 137,5 cm, G 1400 g.
Schätzung: CHF 3'000 – 4'000EUR 3'410 – 4'550
Details427. Patronenbehälter
Deutschland, Sachsen, um 1580, Eisen, Holz, Beineinlagen. Charakteristisches Behältnis aus Eisenblech, mit Holzeinsatz für sieben vorbereitete Ladungen eines Radschlosspistolenpaars. Die vorne ausgesparten rechteckig holzsichtigen Partien sind mit konzentrischen Kreismustern verziert. Beim Material der Intarsien handelt es sich wohl um Bein; Deckel mit Federsperre, Zwei Durchzüge zur Befestigung am Gürtel/Bandelier. Oberfläche mit Korr. H 12 cm.
Schätzung: CHF 800 – 1'200EUR 910 – 1'360
Details428. Rapier
Italien, um 1600. Eisengeschnittenes Spangengefäss mit flach tonnenförmigem Knauf, Griffbügel, vier Terzparierringen und vier Quartspangen. Der rückseitige Fingerbügel gebrochen. Alle Gefässteile aufwändig mit Mascarons, Blattranken und Blütenmotiven verziert. Parierstange (L 25 cm) mit abgesetzten Mascaron-Enden. Hilze mit aufwändiger und gut erhaltener, fester Drahtwicklung zwischen zwei Türkenbünden. Beidseitig im ersten Drittel gekehlte Stossklinge (L 102 cm) mit 6 cm langer Fehlschärfe und von rautenförmigem Querschnitt. Klinge mit alten Korrosionsnarben. Auf der quartseitigen Fehlschärfe eine ungedeutete Schmiedemarke unter einem "S". In den Kehlungen, die von je einem schmalen Zug flankiert sind, beidseitig die Inschrift "PIETRO HERNANDEZ". L 119 cm, G 1390 g..
Schätzung: CHF 6'000 – 7'000EUR 6'820 – 7'950
Details429. Radschloss-Pistolenpaar
Norditalien, ca. 1620–1640. Eiserne Oktogonalläufe (L 38,5 cm), Kal. 14 mm, gezogen, mit Kerbvisier. Lauf von Nr. 1 links mit ungedeuteter Marke bezeichnet. Schlossplatten mit aussenliegendem Rad flach, Pfannen mit Schiebedeckel. Floral geschnittene Hähne und Hahnfedern. Fein floral durchbrochen und graviert gearbeitete Eisengarnitur mit aussergewöhnlich detailliert gearbeiteten Abzugbügeln und blanken Tragbügeln. An den Knaufplatten je eine durchbrochen gearbeitete Eisenrosette. Sehr gut erhaltene und schön gemaserte Nussbaum-Vollschäfte mit einer kaum sichtbaren Flickung an Nr. 2. Vorderer Schaftabschluss mit facettierter Eisenmanschette. Holzladestöcke mit geschnittenen Eisendoppern, en suite mit Laufmündung. Mit passendem Radschlüssel aus der Zeit. L 55 cm.
Schätzung: CHF 7'000 – 10'000EUR 7'950 – 11'360
Details430. Steinschloss-Jagdbüchse
Spanien, Madrid, um 1740. Dunkel angelaufener Oktogonallauf (L 73 cm), Kal. 14 mm, gezogen, mit geschobenem Klappenvisier und gesch. Korn. Kammerbereich oben gerundet, mit jagdlichen und floralen Ätzungen (Hirsch, Putto, einen Korb präsentierende Figur, Blüten und Blattranken), sowie Resten der ursprünglichen Vergoldung. Hinter dem Visier die tief geschlagenen und innen vergoldeten Marken des Juan Santos, Madrid (bekrönte Namenskartusche "SANTOS", steigender Löwe, Ankerkreuz und Blattmotive). Vor dem Visier ein ungedeutetes spanisches Wappen unter Helm und Krone. Schlossplatte und Hahn flach, Pfanne mit schwenkbarer seitlicher Blende. Schlossgang einwandfrei. Alles flächig mit jagdlichen und floralen Motiven in gut erhaltener Vergoldung verziert. Homogen dunkel korr. Eisengarnitur mit floralen Ätzungen en suite, mit beriebenen Resten der Vergoldung. Dunkler Nussbaum-Vollschaft mit teils fehlenden Messingdrahteinlagen und reich verbeint mit jagdlichen, sowohl figürlichen, als auch floral gravierten Motiven. Kolben mit Kolbenlade. Eisenladestock mit Messingdopper. L 105 cm.
Schätzung: CHF 4'000 – 6'000EUR 4'550 – 6'820
Details431. Steinschloss-Pistolenpaar
Italien, Val Trompia, um 1720/30. Rundläufe (L 31,1 cm), Kal. 13 mm, mit gerilltem, dann facettiert geschliffenem Kammerbereich und Silberkorn. Laufoberseite sign. "LAZARINO COMINAZZO". Schlossplatten und Hähne bombiert, jeweils mit sinusförmig geschwungener Zierlinie am Rand. Schlossgänge einwandfrei. Silbergarnitur mit getriebenen Rocaillen-Motiven an der Knaufkappe und am Abzugbügel. Hinter dem Schloss jeweils eine Daumenplatte mit Familienwappen "drei Zypressen unter Krone". Qualitätvoll beschnitzte Vollschäfte aus schön gemasertem Nussbaum mit vorderer Laufabschlussmanschette aus schwarzem Horn. Holzladestöcke mit Horndoppern. L 47 cm.
Schätzung: CHF 3'600 – 5'000EUR 4'090 – 5'680
Details432. Läuferspiess
Bern, 18. Jh. Langspiesseisen des 16. Jh. (L 14,2 cm) mit blattförmiger Spitze und Mittelgrat über Rundtülle. Schaftfedern auf etwa 8 cm gekürzt. Im Bereich derselben textiler Fransenaufputz in den Berner Farben. Rundschaft mit gewendelter Farbfassung en suite. Am unteren Schaftende mit Brandstempel "ZEUGHAUS BERN" über einem konischen Lanzenschuh aus Eisen. L 187,5 cm. Am Spiess befestigt eine Boten-/, Lauferbüchse, Bern oder Solothurn, 18. Jh. aus gedrechseltem Holz in gezackt rot-weisser Fassung. Darauf ein Wappen "halbes Mühlrad" und die Initialen "A M". Rot-weisse Tragschnur en suite. L 25 cm.
Schätzung: CHF 1'600 – 1'800EUR 1'820 – 2'050
Details433. Säbel, Karabela
Polen, 1. Hälfte 19. Jh. Charakteristisches Gefäss mit Vogelkopf-Griffstück aus poliertem, dunklem Horn. Knaufkügelchen über Neusilberplatte vernietet. Parierstange aus Neusilber mit Knospenenden, floralen Ranken und Blütenmotiven verziert. Beidseitig gekehlte Solinger Rückenklinge (L 83 cm) mit Rückenspitze und 18 cm langer Fehlschärfe. Die Stärke mit ehemals vergoldeten und gebläuten, gut erhaltenen floralen Ätzungen über je einem Blütenmotiv. Fischhautbespannte Holzscheide mit Ortband, Ringband und Mundblech aus qualitätvoll floral graviertem Neusilber. L 96 cm.
Schätzung: CHF 3'200 – 4'000EUR 3'640 – 4'550
Details434. Magnatensäbel
Österreich-Ungarn, 19. Jh. Gefäss mit geometrisch und floral verziertem Silberblech gefasst. Parierstange mit lang ausgezogenen Lappen und schauseitig mit aufwändig aufgesetzten Schmucksteinen. Beidseitig breit gekehlte Rückenklinge (L 79 cm) mit Rückenspitze und 17 cm langer Rückenschneide. Etwa in der Mitte während der Gebrauchsphase neu feuerverschweisst. Mit beriebenem, grünem Samt bespannte Holzscheide mit fein durchbrochen gearbeitetem Ortband, Mundblech und Ringband, sowie einem weiteren Zierband aus Silber. Alle Beschlagteile en suite mit Parierstange mit Schmucksteinen auf Emailsöckelchen verziert. L 94,5 cm.
Schätzung: CHF 4'500 – 5'500EUR 5'110 – 6'250
Details













