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September 2026 - A182

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401. Feines Rokoko Bureau plat, Louis XV, Paris, um 1750, signiert Nicolas Jean Marchand

Feines Rokoko Bureau plat, Louis XV, Paris, um 1750, signiert Nicolas Jean Marchand
Rosen-, Satin- und Veilchenholz furniert. Signiert Nicolas Jean Marchand (geb. um 1697, Meister ab 1735). Allseitig geschweiftes, vorstehendes Blatt mit umlaufender, profilierter Randeinfassung aus feuervergoldeter Bronze. Die Ecken verziert mit Blattwerkkartuschen. Im Blatt goldgeprägtes, grünes Leder. Die geschweift ausgeschnittene Zarge mit drei Schubladen und verziert mit sehr feinen Goldbronzen in Form von Rankenwerk und Voluten. Schlüssellochzierden und prächtige Kniebronzen. Die Beine geschweift und in Sabots stehend. Beide Schmalseiten mit von Rankenwerk flankierten Masken aus vergoldeter Bronze. Das Möbel zum Freistellen mit angedeuteten Schubladen auf der Schauseite. 133 x 68, Höhe 79 cm.

Provenienz:
- Berner Privatbesitz.
- Privatsammlung, Zürich.

Dieses Louis XV Bureau plat mit seinen zierlichen Proportionen und ausgewogenen Linien ist das Werk des Pariser Ebenisten Nicolas Jean Marchand (Meister ab 1735), der seine Werkstatt in der rue Saint-Nicolas hatte. Marchand lieferte, durch Vermittlung von Gilles Joubert, bedeutende Möbel an den Hof Ludwig XV. seine Arbeiten sind immer von ausgesuchter Qualität und bleiben stets leicht dem Stil der Régence verpflichtet, wie es besonders schön an diesem Möbel mit seinem prächtigen Goldbronzen-Schmuck und insbesondere an den Mascarons, welche die Schmalseiten zieren, deutlich zu erkennen ist.

Schätzung: CHF 4'000 – 5'000EUR 4'550 – 5'680

Zuschlag: CHF 4'000

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Schuler Auktionen AG - Feines Rokoko Bureau plat, Louis XV, Paris, um 1750, signiert Nicolas Jean Marchand
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403. Feines und seltenes Leuchtertischchen, Paris, 2. Hälfte 18.Jh., Jean-François Oeben (1721-63) zuzuweisen

Sog. "Serviteur Muet à crémaillère". Rosenholz, Sycamore und Amarant, furniert und massiv. Schlichter, leicht gerillter, achteckiger Schaft über drei geschweiften, in Stiefeln endenden Beinen. Zwei ebenfalls achteckige Tablare mit erhöhtem, wenig ausstehendem Rand. Die Flächen mit Schuppenmuster sehr fein marketiert. In der Höhe verstellbarer Leuchteraufsatz mit drei versilberten Kerzentüllen. 33 x26, maximale Höhe 122 cm.

Provenienz:
- Privatsammlung, Zürich.
Literatur:
- Guillaume Jeanneau, Le meuble Léger en France, Paris 1952, Abb. 224.
- Rosemarie Strattmann-Döhler, Jean-Francois Oeben, Paris 2002, S. 131, für ein Tischchen des Meisters mit der berühmten Fischschuppen-Marketerie, wie sie an diesem Möbel identisch zu finden ist.

Dieses seltene Beistellmöbel, als Serviteur Muet à crémaillère, darf mit grösster Wahrscheinlichkeit dem berühmten Ebenisten Jean-François Oeben (1721-63) zugewiesen werden. Die aussergewöhnlich feine Ausführung dieses verstellbaren Tischchens und die Verwendung des durch Oeben vorzugsweise verwendenten Fischschuppenmuster, der "marqueterie d'écailles de poisson", lassen dieses Tischchen dem berühmten Hofschreiner zuweisen. Ein bis auf die Tüllen des Leuchteraufsatzes identisches Tischchen findet sich abgebildet bei Guillaume Janneau, Le meuble léger en France, Paris 1952, Abb. 224.

Schätzung: CHF 1'200 – 1'500EUR 1'360 – 1'700

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Schuler Auktionen AG - Feines und seltenes Leuchtertischchen, Paris, 2. Hälfte 18.Jh., Jean-François Oeben (1721-63) zuzuweisen
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404. Feine Pendule, Louis XIV, Bern, um 1730, Bendicht Blaser

Auf der Werkplatine und auf vergoldeter Kartusche oberhalb des Zifferblatts signiert "Benedict Blaser in Bern" (Bendicht Blaser, 1697-1758, tätig als Uhrmacher in Bern seit 1723). Fruchtholz, ebenisiert. Dreiteiliges Gehäuse auf reich profiliertem Sockel mit vergoldeten Bronzeapplikationen in Form von weiblichen Maskarons und einer von Rankenwerk flankierten Löwenmaske. Elegant profiliertes Werkgehäuse auf vier gedrückten Kugelfüssen aus vergoldeter Bronze. Verglaste Fronttüre und ebensolche Schmalseiten. Vergoldeter Messing-Zifferring mit römischen Stundenzahlen. Ausgesägte Messingzeiger, geflügelte Engelköpfe als Eckzierden. Unter dem Zifferring vergoldete Schabracke mit gravierter Inschrift "Pereunt et Imputantur" - sie vergehen und werden uns dazugezählt. Auf der Platine signiertes Messingwerk mit Spindelhemmung. Eine Feder für das Lauf- und das Schlagwerk. Fadenpendel. Viertelstundenschlag auf zwei Glocken. Läuft an. Originalschlüssel vorhanden. Höhe 80 cm.

Provenienz:
- Ehemals Elisabeth de Meuron-von Tscharner (1882-1980), Schloss Rümligen.
- Privatsammlung, Zürich.

Diese prächtige, aus Berner Patrizierbesitz stammende Pendule ist ein besonders schönes Beispiel einer Uhr des berühmten Berner Uhrmachers Benedict Blaser, welcher 1723 die Meisterwürde erhielt und die Werkstatt seines Vaters Mathys Blaser weiterführte. Als Stadtuhrmacher von Bern war Blaser unter anderem zuständig für die Uhren im Rathaus und das berühmte Uhrwerk des Zeitglockenturms, der "Zytglogge", mit ihrem Figurenspiel und der Astrolabiumsuhr.

Schätzung: CHF 1'500 – 2'000EUR 1'700 – 2'270

Zuschlag: CHF 1'700

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Schuler Auktionen AG - Feine Pendule, Louis XIV, Bern, um 1730, Bendicht Blaser
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412. Feiner Rokoko-Trumeauspiegel, Bern, um 1760, Johann Friedrich Funk I. (1706-75)

Reich und fein mit Palmetten und Akanthus geschnitzter und gekehlter Holzrahmen mit originaler Vergoldung. Originals, geschliffenes Spiegelglas mit Facettenrand. Oben eingelassenes Ölgemälde "Les Amusements de l'Hiver", Jakob Emanuel Handmann (1718-81) zugewiesen, nach dem Gemälde von François Boucher von 1755. 159 x 78 cm.

Provenienz:
- Aus altem Berner Patrizierbesitz.
- Privatsammlung, Zürich.
Literatur.:
- The Frick Collection, New York 1968, Volume II, S, 28, 30, 31 für das Wintergemälde von François Boucher.
- Hermann von Fischer, Fonck à Berne, Bern 2000, für vergleichbare Spiegel des Meisters.

Dieser elegante Trumeau-Spiegel besticht durch die schön erhaltene Originalvergoldung, die feine Schnitzarbeit des Rahmens aus der Berner Funk-Werkstatt und das prächtige Ölgemälde einer Schlittenfahrt als Darstellung des Winters, nach dem Original des französischen Hofmalers François Boucher (1703-70) aus dem Jahre 1755. Boucher nannte das Gemälde «Les Amusements de l'Hiver». Es gehörte zu einer Serie von vier Supraporten mit Darstellung der Jahreszeiten, welche der Künstler im Auftrage von Madame de Pompadour malte und sich heute in der Frick Collection in New York befinden. Interessant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass das, der Überlieferung nach von Jakob Emanuel Handmann gemalte Gemälde, nur wenige Jahre nach dem Original und höchstens drei bis vier Jahre nach der spiegelbildlichen Druckvorlage des Jean Daullé (1703-1763) aus dem Jahre 1756 entstanden sein muss, was der Entstehungszeit dieses Spiegels von 1760 entspricht. Der Schweizer Maler kopiert zwar möglicherweise die Druckvorlage, möchte aber dem Original so nahe kommen, dass er die Druckvorlage spiegelbildlich wiedergibt, um das Gemälde in der Originalversion am Spiegel aus der Funkwerkstatt zu präsentieren. Nur ein Berner Patrizier mit engsten Verbindungen nach Paris, also etwa ein Offizier als Mitglied der königlichen Schweizergarde, kann kurz nach 1756 schon Zugang zu den eben erst erschienenen Kupferstichen von Jean Daullé gehabt haben oder von den berühmten Originalgemälden gewusst haben, die damals in Paris für grosses Aufsehen sorgten. Und nur ein solcher Auftraggeber hätte insistiert, dass das Gemälde so widergegeben wird, wie es sich in der Originalversion zeigt und nicht als Kopie nach einer spiegelbildlichen Druckvorlage, wie dies üblicherweise geschah.

Schätzung: CHF 2'800 – 3'800EUR 3'180 – 4'320

Zuschlag: CHF 2'800

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