Dezember 2024 (A175) - Auktionsstart: 9.12.2024, 16:15

Auktion abgeschlossen

663. Schweizerdolch

Im Stil 2. Hälfte 16. Jh. Blankes Eisengefäss mit konvex geschwungenem Knauf- und Parierbalken. In die Ausschnitte für die gegratet bauchige Hilze aus Nussbaumholz sind Messingbleche eingesetzt. Zweischneidig blattförmige Klinge (L 22,2 cm) von linsenförmigem Querschnitt. Mit zwei auf die Abmessungen der Waffe passenden Halbfabrikaten (L 26,4 cm) aus Gusseisen für eine repräsentative Scheide. Dargestellt ist auf beiden Stücken eine Schlachtenszene, "Trajans Gerechtigkeit", mit Berittenen und Unberittenen in der Kriegsausrüstung der zweiten Hälfte des 16. Jh. L 34 cm, G 370 g.

Den Dolch selbst als "Historismus" abzuwerten ist problematisch, auch wenn die Stärke der Messingbleche und der einfache Klingenquerschnitt darauf hinzudeuten scheinen. Klinge und Parierstange bestehen aus vorindustriellem Eisen. Die aufwändig gearbeiteten Prunkscheidenrohlinge aus Gusseisen passen nur in der Grösse zu der einfachen Gebrauchswaffe. Es ist auffällig, dass die Schauseite zweimal vorliegt. Beide Halbfabrikate sind Beispiele für die Herstellung guter Repliken von Schweizer Waffen seit dem 19. Jh. Die zwei Schauseiten mit demselben Motiv in hochwertigem Eisenguss dürften entweder aus einer Berliner, oder aus einer der im Harz gelegenen Kunstgussmanufakturen stammen. Lit.: J.A. Meier: https://www.waffensammlung-beck.ch/waffe198.html; Ders.: Waffen und Zubehör, in: Bossard Luzern 1868–1997 (Schweizerisches Landesmuseum Zürich, 2023), S. 350-354, Abb. 345e; Schneider, H.: Der Schweizerdolch (Zürich 1977).

Schätzung: CHF 2'500 – 3'500EUR 2'780 – 3'890

Zuschlag: CHF 3'200

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