März 2026 (A180) - Auktionsstart: 19.3.2026, 17:00
–Auktion abgeschlossen
1012. Utrecht, um 1630/40
Flöte spielender Hirte. Öl auf Leinwand. 82,6x66 cm. Gerahmt.
- Geschnitten und doubliert, neuerer Keilrahmen.
Provenienz:
- Kunsthandel R. E. A. Wilson, London, 1935, als J. Vermeer, 112x89 cm.
- Kunsthandel Durlacher, London, 1960, als D. Bleeker (?), 112x89 cm.
- Christie’s, London, 8.2.1972, Lot 3, als H. Terbrugghen und fälschlicherweise als Hirtin, 81,3 x 66 cm.
- Kunsthandel Herbert Bier, London, 1975, als Utrechter Schule 17. Jh.
- Sammlung Dr. Emil Kern (1914-2014), Agentenhaus, Horgen.
Literatur:
- V. Bloch, Die Haarlemer Klassizisten, in Oud-Holland 57, 1940, S. 17-18 mit Abb. als Salomon de Bray(?).
- L. J. Slatkes, Review von B. Nicolson, The International Caravaggesque Movement, in: Simiolus 12, 1981/2 1981, S. 172 als Reyer van Blommendael.
- A. Mcneil Kettering, The Dutch Arcadia, 1983, S. 59, Tafel 49, as S. de Bray.
- A. Hoyer, Reyer van Blommendael, unveröffentlichte Diss., University of Utrecht, 1992, S. 95-97, Nr. 18, Tafel XVIII, als nicht von Blommendael.
In den 1960er oder frühen 1970er Jahren wurde dieses Gemälde beschnitten (bei den Auktionen von 1935 und 1960 waren die Masse des Gemäldes grösser) und die Landschaft im Hintergrund übermalt.
Dieses rätselhafte Gemälde, dessen Zuschreibung noch nicht restlos geklärt ist, tauchte erstmals 1935 als Werk von J. Vermeer auf dem Londoner Kunstmarkt auf. Fotos im RKD zeigen, dass das Gemälde damals ein deutlich grösseres Format hatte und dass der Hirte rechts an einen Baum gelehnt in die Landschaft blickt. Irgendwann vor 1972 wurde das Gemälde an allen Seiten beschnitten und der Hintergrund hellbraun übermalt, offenbar mit dem Ziel, ihm ein eher caravaggeskes Aussehen zu verleihen. Tatsächlich ähnelt die Komposition des Gemäldes in seinem heutigen Zustand derjenigen in Hendrick Terbrugghens' Flötenspieler von 1621, das sich heute im Schloss Wilhelmshöhe in Kassel befindet. In seinem ursprünglichen Zustand scheint das Gemälde jedoch eher den Haarlemer Klassizisten wie Salomon de Bray und Reyer van Blommendael zu ähneln. Letzterem schrieb L. Slatkes das Gemälde 1981 zu, indem er es mit den Gemälden „Mutter und Kind“ (ehemals Sammlung Bader, Milwaukee; RKDimage815) und „Loth und seine Töchter“ (ehemals Kunsthändler Denijs, Amsterdam) verglich, was A. Royer 1992 jedoch zurückwies.
Schätzung: CHF 5'000 – 7'000EUR 5'680 – 7'950
Zuschlag: CHF 6'000
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