März 2026 (A180) - Auktionsstart: 23.3.2026, 10:00

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Auktion abgeschlossen

3004. Hans Plattner

(Nürnberg um 1494/1500–um 1562 Nürnberg)
Zwei Tafeln mit den Bildnissen des Nürnberger Patrizier-Ehepaares Sebastian und Ursula Ayrer. 1527. Öl auf Holz. Beide oben links bezeichnet 29 IAR ALT (Sebastian) bzw. 26 IAR ALT (Ursula), beide oben rechts datiert. Je 44,5x33,1 cm. Gerahmt.
- Eingelegt in neuere Holzplatte, Retuschen.

Gutachten: Dr. Bernd Konrad, Insel Reichenau, 2. Nov. 2025, wofür wir ihm danken.

Provenienz:
- Sammlung Heinz Kisters, Kreuzlingen.
- 142. Auktion Galerie Fischer, Luzern, 22./26.Nov.1960, Lot 1847 a und b, Tafel 37 (als Hans Brosamer).
- Sammlung Dr. Emil Kern (1914–2014), Agentenhaus, Horgen.

Literatur:
- Vgl. Strieder, Peter, Hans Plattner, Ein Porträtist des Nürnberger Patriziates, in: 96. Jahresbericht des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg (1951), S. 17ff.
- Vgl. Strieder, Peter, Zur Nürnberger Bildniskunst des 16. Jahrhunderts, in: Münchner Jahrbuch der bildenden Kunst. 3 F., Band VII, 1956, S. 120 bis 133, dort S.124, Abb. 6 (Medaillon). Die Bildnisse kannte er noch nicht.
- Kühnel-Kunze, Irene, Der Meister HB mit dem Greifenkopf. Ein weiterer Beitrag zur Brosamer-Forschung, in: Zeitschrift für Kunstwissenschaft, Bd. 14, 1960, S. 57 - 80 (hier S. 75 - 78), Abb. 18 (Hans Brosamer).
- Kurt Löcher, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. Die Gemälde des 16. Jahrhunderts. Stuttgart 1997, S. 409 (Hans Plattner).
- Heidelberger OJS-Journals. file:///C:/Users/Besitzer/Desktop/38258-Artikeltext-121147-1-10-20170508-2.pdf (letzter Zugriff 2.11.2025).

Die Bildnisse wurden von Irene Kühnel-Kunze entdeckt und als Werke Hans Brosamers veröffentlicht (1960). Auch Ernst Buchner und Alfred Stange (Gutachten für oder bei Galerie Fischer, Luzern) sprachen sich für Brosamer aus.
Sie stammen aber von Hans Plattner, wie aus einer Radierung J. F. Leonharts nach dem Männerporträt, die das Monogramm Plattners (HP ligiert) zeigt, hervorgeht (vgl. Abb. 1). Neben den auch auf dem Gemälde befindlichen Bezeichnungen zum Alter und zum Entstehungsjahr lässt auch der offene Hemdausschnitt keinen Zweifel an der Übereinstimmung von der (seitenverkehrt gegebenen) Radierung und dem Gemälde zu.
Ludwig Meyer, Archiv für Kunstgeschichte München, wies es in seinem Personenordner nach datierten Kunstwerken (Fotothek des Zentralinstitutes für Kunstgeschichte München) mit Bezug auf Strieder 1956 auf seiner dort eingelegten Fotokopie von der Auktion Fischer Hans Plattner zu.
Kurt Löcher (1997) erwähnt das Bildnispaar ebenfalls als Werke von Plattner.
Als Ergebnis der hier vorgetragenen Recherche schliesst sich der Gutachter der Zuschreibung an Hans Plattner ebenfalls an. (Cit. Gutachten Dr. B. Konrad).

Schätzung: CHF 6'000 – 10'000EUR 6'820 – 11'360

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