Juni 2026 - A181
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300. Gotische Harnischbrust
Süddeutschland od. Norditalien, um 1500. Einteilig geschlagene Brust mit Mittelgrat, stark eingezogener Taille, und Armausschnitten mit beweglichen Einsätzen. Wulstig verstärkter Halsausschnitt, sowie drei runde Durchschläge zur Befestigung eines Rüsthakens. Dreifach geschobene Bauchreifen, die unteren beiden später ergänzt. Innenseite mit guter Patina, sowie Hammer- und weiteren Verarbeitungsspuren. Die Brust weist keine Marken, aber auf der Innenseite des Halsbereichs und den Armausschnitten vier Gruppierungen von Rundpunzen mit ca. 4 mm Durchmesser auf. H 46 cm, B 39 cm, T 22 cm, G 2280 g.
Estimation: CHF 2'000 - 3'000EUR 2'270 – 3'410
Détails301. Beinzeug
Süddeutschland, im Stil um 1520–30. Diechlinge mit fünffach facettierter Vorderseite, Kniekacheln mit linsenförmig ausgetriebenem Grat. Beinröhren mit sechsfach geschobenen Eisenschuhen. Innenseite rötlich korr., ohne offensichtliche Hammerspuren. L 68 cm.
Estimation: CHF 1'500 - 2'000EUR 1'700 – 2'270
Détails302. Reiterhammer
Deutschland, 2. Hälfte 16. Jh. Schlagkopf (L 19 cm) mit pyramidenförmig konvexer Hammerfläche und lang ausgezogenem Rabenschnabel von vierkantigem Querschnitt. Balusterartig geformter Vierkantschaft mit Ziernodus und getrepptem Ansatz. Schnurbewickelte und mit Leder bespannte Hilze über quadratischer Knaufplatte. L 62 cm, G 895 g.
Estimation: CHF 900 - 1'500EUR 1'020 – 1'700
Détails303. Anderthalbhänder
Italien, 2. Hälfte 16. Jh. Kreuzgefäss aus Eisen mit achtfach facettiertem, eiförmigem Knauf mit Knaufhals. Vertikal S-förmig geschwungene, ältere Parierstange (ca. 1530) mit gewendeltem Eisenschnitt und sternförmig geschnittenen Enden. Zusätzlicher Handschutz durch Terz- und Quartparierringe. Gegliederte, schwarz belederte Hilze wohl aus der Zeit. Zweischneidige, beidseits je dreifach schmal gekehlte Klinge (L 97,5 cm) mit Gebrauchsspuren in Form mehrerer Hiebscharten. L 120 cm, G 1560 g.
Estimation: CHF 2'000 - 3'000EUR 2'270 – 3'410
Détails304. Rapier
Norditalien, Feltrino, um 1600 (Norman Type 57). Spangengefäss aus blankem Eisen mit abgeflacht flaconförmigem Knauf. Zwei Terzspangen über Terzring und drei Quartspangen am Griffbügel ansetzend. Aufwändige und feste Korbmusterwicklung aus Kupferdraht. Sehr gut erhaltene Stossklinge (L 93,5 cm) mit 6 cm langer Fehlschärfe. In den 21 cm langen Hohlkehlen die Signatur "GIORGI / MAMANI". L 109 cm, G 800 g.
Estimation: CHF 1'700 - 3'000EUR 1'930 – 3'410
Détails305. Rapier
Norditalien, ca. 1585–1620 (Norman, Type 75). Gut erhaltenes Spangengefäss aus Eisen mit konisch walzenförmigem Knauf, Nietknäufchen, gerader Parierstange, Griffbügel, Terz- und Quartspangen. Bauchige Hilze mit Kupferdraht unter vier Eisenstegchen und Griffzwingen bewickelt. Stossklinge von hexagonalem Querschnitt (L 111,5 cm) mit 6,5 cm langer Fehlschärfe, darauf beidseitig ungedeutete Marke. In beiden Hohlkehlen die Inschrift "DE TOMAS DE AIALA". L 125,5 cm, G 1300g.
Estimation: CHF 1'800 - 3'000EUR 2'050 – 3'410
Détails306. Säbel, Coltelaccio
Italien, Venedig, um 1600. Eisengefäss mit feigenförmigem Knauf. Derselbe mit antikisierendem Eisenschnitt (Brustpanzer und Blattranke). Griffbügel und zum Ort gebogene Parierstange mit feigenförmig geschnittenen Enden en suite. Auf dem kastenförmig abgesetzten Mitteleisen beidseitig ein mit dem Stichel ausgearbeitetes zentrales Wappen zwischen zwei belaubten Ästen. Hilze mit fester Eisendrahtwicklung zwischen zwei Türkenbünden. Dreifach schmal gekehlte Rückenklinge (L 77,5 cm) mit 22 cm langer Rückenschneide und 4 cm langer Fehlschärfe. Auf letzterer terzseitig eine Marke "Belluneser Knoten", quartseitig ein unleserlicher Markenrest. L 94,5 cm, G 1130g.
Estimation: CHF 2'000 - 3'000EUR 2'270 – 3'410
Détails307. Steinschloss-Jagdbüchse
Spanien, Madrid, um 1740. Dunkel angelaufener Oktogonallauf (L 73 cm), Kal. 14 mm, gezogen, mit geschobenem Klappenvisier und gesch. Korn. Kammerbereich oben gerundet, mit jagdlichen und floralen Ätzungen (Hirsch, Putto, einen Korb präsentierende Figur, Blüten und Blattranken), sowie Resten der ursprünglichen Vergoldung. Hinter dem Visier die tief geschlagenen und innen vergoldeten Marken des Juan Santos, Madrid (bekrönte Namenskartusche "SANTOS", steigender Löwe, Ankerkreuz und Blattmotive). Vor dem Visier ein ungedeutetes spanisches Wappen unter Helm und Krone. Schlossplatte und Hahn flach, Pfanne mit schwenkbarer seitlicher Blende. Schlossgang einwandfrei. Alles flächig mit jagdlichen und floralen Motiven in gut erhaltener Vergoldung verziert. Homogen dunkel korr. Eisengarnitur mit floralen Ätzungen en suite, mit beriebenen Resten der Vergoldung. Dunkler Nussbaum-Vollschaft mit teils fehlenden Messingdrahteinlagen und reich verbeint mit jagdlichen, sowohl figürlichen, als auch floral gravierten Motiven. Kolben mit Kolbenlade. Eisenladestock mit Messingdopper. L 105 cm.
Estimation: CHF 3'000 - 4'000EUR 3'410 – 4'550
Détails308. Rapier
Norditalien, um 1620. Blankes Eisengefäss mit facettiert eiförmigem Knauf, gerader Parierstange, Terzspangen, Terzring und drei Quartspangen. Die gewendelte Hilze aus Bein ist in den Vertiefungen mit Eisendraht zwischen zwei Türkenbünden bewickelt. Die Stossklinge (L 102 cm) von hexagonalem Profil mit 6 cm langen Hohlzügen und je 29,5 cm langen, unsignierten Kehlungen. L 117 cm, G 1220 g.
Estimation: CHF 3'000 - 4'000EUR 3'410 – 4'550
Détails309. Linkhanddolch
Norditalien, Brescia, um 1600. Kreuzgefäss aus Eisen mit gestaucht pflaumenförmigem Knauf und entsprechend gestalteten Parierstangenenden. Terzring und Mitteleisen mit zentralem Oval en suite, eingerahmt von Akanthusblättern. Lederbespannte, bauchige Hilze mit zwei fein gesägten und rillenverzierten Griffzwingen aus Eisen. Gekürzte Degenklinge (L 34 cm) mit 28 cm langer Hohlkehle und terzseitig mit in Buntmetall eingelegtem Ankerkreuz. L 48 cm.
Estimation: CHF 500 - 800EUR 570 – 910
Détails310. Schalenrapier
Spanien od. Italien, im Stil um 1630, datiert 1891, erstklassige Historismusarbeit. Eisengefäss mit gestaucht linsenförmigem Knauf mit Nietknäufchen. Auf der Handballenseite des Knaufs in einer Kartusche die Jahreszahl "1891". Griffbügel und Parierstange mit knospenförmigen Enden. En suite mit der Eisenhilze floral geätzt. In aufwändiger Durchbruchsarbeit figural und floral gestaltete Glocke mit Reiter- und Fussvolkdarstellungen. Schmal gekehlte Gratklinge (L 110 cm) mit 7 cm langer Fehlschärfe. Darauf terzseitig die Inschrift "SOLA MANET VIRTUS LABUNTUR CAETERA QUAEQUE" (etwa: Nur die Tugend bleibt, alles andere verblasst). Quartseitig "M.M.P. 91 AE.S. XXXIV". Waffe korrosionsnarbig und gereinigt. L 128 cm, G 1510 g.
Estimation: CHF 2'000 - 3'000EUR 2'270 – 3'410
Détails311. "Skelettkorb-" Rapier
Italien, 2. Viertel 17. Jh. Eisengefäss mit massivem Olivenknauf und symmetrisch gefertigtem Spangenkorb, der eine Verwendung in Kombination mit einem Linkhanddolch oder Mantel sowohl mit rechts, als auch mit links gestattete. Hilze mit fester Eisendrahtwicklung zwischen zwei Türkenbünden. Schmale Stossklinge (L 111 cm) von hexagonalem Querschnitt mit 7 cm langer Fehlschärfe und zwei schmalen Zügen; darin jeweils die Inschrift "LAMBER". L 126,5 cm, G 1430g.
Estimation: CHF 2'000 - 3'000EUR 2'270 – 3'410
Détails312. Rapier
Norddeutschland / Niederlande, 1. Hälfte 17. Jh. Spangengefäss aus Eisen mit achtfach facettiertem Knauf und Nietknäufchen. Zwei Terzspangen über Terzring und zwei Quartspangen setzen am Griffbügel an. Hilze mit aufwändiger, fester Drahtwicklung zwischen Türkenbünden. Gut erhaltene Stossklinge (L 87 cm) mit Gebrauchsspuren, von rautenförmigem Querschnitt mit 5,5 cm langer Fehlschärfe. Zwei Marken auf der Fehlschärfe sind durch das Mitteleisen verdeckt. L 102 cm, 980g.
Estimation: CHF 2'200 - 3'000EUR 2'500 – 3'410
Détails313. Offizierssäbel
Frankreich, M 1822, modifiziert im Verlauf des Seconde Empire (1852–1870), Klinge dat. Juni 1823, 1er modèle, für Tambour-Major. Vergoldetes Messinggefäss mit abgewinkelter Knaufkappe. Auf letzterer ein Löwenmascaron. Geschwungene Parierstange mit terzseitigem Lilienwappen der Bourbonen auf dem "Mitteleisen". Lederbespannte Hilze mit fester Kupferdrahtwicklung. Sehr gut erhaltene, gekehlte Rückenklinge "à la Montmorency" (L 80 cm), auf dem Rücken sign. "Manu(factu)re R(oy)ale de Klingenthal, Juin 1823". Scheide aus vergoldetem Messingblech mit klassizistischem Dekor getrieben und graviert. Zwei charakteristische Tragklammern, auf der Rückseite des Mundblechs sign. "Manceaux à Paris". L 97,5 cm.
Estimation: CHF 4'000 - 5'000EUR 4'550 – 5'680
Détails314. Dolch, Kris
Indonesien, Java, Madura, 19. Jh. Klinge älter. Sehr fein floral beschnitztes, bereichsweise plastisch unterschnittenes Griffstück aus Elfenbein mit vergoldeter Zwinge, dieselbe mit bunten Glassteinen besetzt. Dunkel patinierte, geflammte Pamor-Klinge wohl des 18. Jh. (L 39,2 cm) mit 8 Luk und beidseitig feingeschnittener und vergoldeter Blattranke. Scheide mit Wrangka und Bintut aus poliertem Elfenbein, floral getriebenes Silber-Pendok. L 49 cm.
Estimation: CHF 700 - 1'200EUR 800 – 1'360
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