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* 3253. Kisling, Moïse

Auktionsstart: Fr, 23. Jun 2017, 10:30


(Krakau 1891–1953 Sanary-sur-mer)
Port de Marseille. Öl auf Holz. Unten links signiert. 55x46 cm.
- Wenige Retuschen.

Herr Marc Ottavi, Paris, hat das Gemälde im Original untersucht und schriftlich bestätigt, dass das Werk in das "Volume IV et Additifs aux Tomes I, II et III du Catalogue Raisonné de l'Oeuvre de Moïse Kisling" aufgenommen wird, das in Vorbereitung ist (Gutachten vom 23. Juli 2015).
Provenienz:
- Bruno Martin-Caille, Paris, 27.12.1972 (mit Kopie der Kaufquittung).
- Schweizer Privatbesitz.
- Schuler Auktionen, 18.9.2015, Lot 3146.
Das hier angebotene Gemälde erinnert an die tiefe Beziehung zwischen Kisling und Südfrankreich, wo sich der Künstler immer wieder aufhielt. In den Jahren 1912 und 1913 reiste er mit Picasso und mehreren anderen Künstler nach Céret. Die Bewunderung für Paul Cézanne zog ihn oft in die Region von Aix-en-Provence, aber er besuchte auch regelmässig Collioure, Marseille, Cassis und Saint-Tropez. Ab 1938 lebte er zwischen Paris und Sanary-sur-Mer, wo er sich 1940, wegen der Besatzung von Paris, definitiv niederliess. Nach einer Anzeige bei der Gestapo musste er via Lissabon nach New York fliehen. Als der Krieg vorbei war, kehrte Kisling nach Südfrankreich zurück (Vgl. Yagil, Limore: Au nom de l’art 1933-1945: Exils, solidarités et engagements, Paris 2015).
Dieses Gemälde ist ein authentisches Zeugnis der Geschichte Marseilles. Oben links erscheint die Silhouette der Schwebefähre, welche 1905 über der Einfahrt zum Alten Hafen von Marseille gebaut wurde. Die Schwebefähre (Abb. 1) war eine Erfindung des französischen Ingenieurs Ferdinand Arnodin und funktionierte mit einer Gondel, die mit Seilen an einem Brückenträger befestigt war und so über dem Wasser von einem Ufer zum anderen schwebte. Diese Konstruktion hatte den Vorteil, dass der Schiffsverkehr nicht beeinträchtigt wird. Die Schwebefähre von Marseille hatte jedoch nur eine kurze Existenz, da sie 1944 von der Deutschen Armee gesprengt wurde. Obwohl die Schwebebrücke eine technische Errungenschaft war, haben sich nur erstaunlich wenige Maler dafür interessiert. Moïse Kisling gehört mit Albert Marquet und Oskar Kokoschka zu den Künstlern, welche diese neue Realität in ihren Werken wiedergegeben haben, wenn auch nur sehr diskret.


Zuschlag: CHF 28'000.00

Schätzung CHF 10'000.00 – 15'000.00

Schätzung EUR 9'520.00 – 14'290.00


Gebote unterhalb der unteren Schätzung werden nicht akzeptiert.

Schriftliche Gebote können per Post oder Fax (+41 43 399 70 11) oder per E-mail mittels gescanntem Bietformular eingereicht werden. Telefonisch übermittelte und per E-mail gesandte Gebote ohne Unterschrift müssen aus rechtlichen Gründen schriftlich bestätigt werden.

Gebote für die schriftliche Auktion (ab Kat. Nr. 5000) müssen bis spätestens am letzten Ausstellungstag (Freitag) um 18.00 Uhr bei uns eingetroffen sein.